Palmlight

Nachfolgendes Review entstand von Mitte 2004 bis Januar 2005 und wurde im Januar 2005 erstmalig im Beam-Magazin Nr. 31 veröffentlicht. Fragen zu diesem Review beantworten vivo und ich regelmäßig im #seniorpdachat.

Palmlight
Funktionell - Intuitiv – Verbesserungswürdig

von AkkiMoto und Vivo

Das Programm Palmlight erweitert den Palm-PDA um eine Taschenlampenfunktion. Das Programm der Firma Trajectory Labs (http://www.trajectorylabs.com/palmlight.html) liegt hier in der Version 1.0 vor. Es kann über den Link http://www.freewarepalm.com/misc/palmlight.shtml bezogen werden. Wertvolle Hinweise, die uns bei der Erstellung dieses Reviews geholfen haben, haben wir unter http://muchy.com/review/palmlight.html gefunden.

Installation
Die Installation ist für erfahrene Palmbenutzer recht einfach. Man installiert einfach die Datei PalmLight.prc auf seinem Palm-PDA. Für Anfänger wäre eine Installationsanleitung sicherlich hilfreich. Laut Angaben des Herstellers läuft Palmlight auf jedem Palm-Betriebssystem.

Funktion
Palmlight kann in 2 Betriebsmodi arbeiten:

Modus weiß
Benutzen Sie die "White Light" Option, um den Palm als Taschenlampenersatz bei Dunkelheit zu verwenden.

Modus rot
Die "Red Light" (Rotlicht) Option ist für Anwendung bei Nacht gedacht, wenn Sie Ihre Augen nicht blenden möchten. Oder als Notsignal, wenn Sie beispielsweise bei Nacht ein Problem mit Ihrem Auto haben.

Bedienung
Die Bedienung ist intuitiv. Das Programm startet immer im Modus rot. Die Bendienerführung ist dank sofort eingeblendeter Hilfetexte (z. B. Tap for White Light) vorbildlich. Leider steht von Palmlight nur eine englische Version zur Verfügung, weshalb Benutzer, welche der englischen Sprache nicht mächtig sind, sich bei den ersten Schritten mit Palmlight sicherlich schwerer tun.

Die Umschaltung zwischen den einzelnen Betriebsmodi erfolgt einfach durch Tippen auf das Display.

Zwar ist die Bedienung einfach, aber sie entspricht leider nicht den Richtlinien von Palmsource für diese. Zu erwarten wäre die Benutzung der Software über die Menüleiste. Des Weiteren stellte ich fest, dass ich mit der Änderung der Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung meines Tungsten T3 unmittelbar Einfluss auf die Funktionsweise von Palmlight (Leuchtstärke) nehmen konnte. Hier hätte eine umfassende Programmdokumentation den Benutzer wiederum vor langwierigen Experimenten verschont.

Konfiguration
Eine individuelle Konfiguration von Palmlight ist nicht vorgesehen. Einige Optionen, wie z. B. die Einstellung des gewünschten Betriebsmodus beim Programmstart, wären durchaus wünschenswert.

Praxistest
Als Testumgebung dient eine Treppe mit Schwein. Das Schwein heißt "Schwein". Es ist 23:30 Uhr, die Straßenbeleuchtung wurde bereits wieder abgeschaltet. Selbst auf die Gefahr schwerster gesundheitlicher Schäden habe ich (AkkiMoto) mich als Testperson zur Verfügung gestellt. Unter den verschiedensten Beleuchtungsbedinungen sollten die Treppenstufen durch mich erklommen werden.

Test 1: Dielenbeleuchtung
Bei normaler Beleuchtung fällt mir das Erklimmen der Treppenstufen leicht, alles ist gut zusehen. Auf der Stufe mit Schwein wird es wie immer eng, aber mit Bravour meistere ich den Parcours, es ist ja auch alles gut zu sehen.


Bild 1

Test 2: Tungsten T3 und weiß
Wie sagte doch immer Ilja Richter? Licht aus! Spot an! Gesagt – getan. Den Palm in der linken Hand und eingeschaltet mit Palmlight im Modus weiß auf dem Display wage ich es nun, mit der rechten Hand die Dielenbeleuchtung auszuschalten. Einige Sekunden Gewöhnung an die Dunkelheit und dann wage ich mich erneut an meine riskante Aufgabe. Es ist alles ziemlich gut zu sehen, man muß das Display aber immer gut in die Richtung eines erwarteten Hindernisses (z.B. Schwein) halten. So gelingt es mir langsam, aber sicher die Treppenstufen zum oberen Stockwerk hinaufzusteigen. Palmlight im Modus weiß hat den Praxistest bestanden.


Bild 2

Test 3: Tungsten T3 und rot
Nach einer kurzen Ruhepause (um mich von den körperlichen Strapazen zu erholen und damit die Tests durch meinen physischen Zustand nicht unnötig zu verfälschen) und dem Abstieg in das Erdgeschoß wage ich nun den Test mit Palmlight im Modus Rot. Alles ist schlechter zu sehen, ich muß mich nach unten beugen um die Treppenstufen zu sehen, ein kleine Schramme für Schwein und letztendlich schaffe ich es doch. Es ist mit Palmlight im Modus Rot schaffbar, aber ich würde für diese Aufgabe immer den Modus Weiß bevorzugen.

Der Test des Modus Rot als Warnlampe war nicht möglich. Rückfragen bei der Polizei und meiner zuständigen Versicherung hielten mich davon ab auf der Bundesstraße in der Nähe unseres Dorfes absichtlich nachts eine geeignete Situation herbeizuführen.


Bild 3

Test 4: IBM c3 und weiß


Bild 4

Im letzten Test kam nun der IBM c3 (baugleich mit Palm V) ohne Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Ergebnis ergab ein Desaster. Es war nichts zu sehen (Siehe Bild 4). Palmlight ist in dieser Konfiguration einfach nicht zu gebrauchen. Die Folgen dieses Tests für mich kann ich verkraften. Die Folgen für Schwein sind erschütternd. Ich kann und möchte an dieser Stelle keine Details dazu vortragen. Bitte haben Sie Verständnis dafür.

Geeignete Hardware
Im Praxistest haben wir sehr unterschiedliche Testergebnisse je nach eingesetzter Hardware festgestellt. Um unsere Erkenntnisse zu untermauern, wurden danach umfangreiche Tests in den Laboren der Firma Vivomobile ( www.vivomobile.de) durchgeführt.

Dazu vivo: "Die Tests in unserem Labor konnten die Ergebnisse des Praxistests von AkkiMoto untermauern. Wir konnten eine direkte Abhängigkeit von folgenden Einflussfaktoren feststellen:
- Art des Displays, hier erwiesen sich TFT-Displays als vorteilhaft während monochrome Displays als absolut ungeeignet eingestuft werden müssen
- Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung, je heller die Hintergrundbeleuchtung ist, desto besser war die Sichtbarkeit der Gegenstände mit Palmlight, Geräte ohne Hintergrundbeleuchtung erwiesen sich als untauglich
- Grösse des Displays, je größer das Display ist, desto besser ist die Benutzbarkeit von Palmlight,  negativ wirkte sich aus, dass Palmlight nicht das erweiterte Display von Geräten wie dem Tungsten T3 oder T5 unterstützt
- der Modus weiß erzeugt eine bessere Ausleuchtung als des Modus Rot

Folgende Geräte waren mit Palmlight nicht sinnvoll zur Ausleuchtung zu nutzen: Palm III, V, Vx, IBM c3. Sony-Geräte haben am Test nicht teilgenommen. Gut nutzbar waren der Tungsten T3,T5, C, Treo 600, Treo 650."

Preis
Das Preis-Leistungsverhältnis kann durchaus mit "gut" bewertet werden, da es sich bei Palmlight um Freeware handelt. Dies bezieht sich allerdings nur auf die im vorhergehenden Kapitel als geeignet genannten Geräte.

Fazit
Palmlight ist ein preiswertes Programm welches seinen Zweck gut erfüllt wenn geeigneter Palm mit einer hellen Hintergrundbeleuchtung verwendet wird. Trotzdem ist Palmlight in einigen Punkten nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit (HiRes+ Unterstützung fehlt zur Zeit ganz) und eine Überarbeitung des Programms ist dringend angeraten.

Eine offenere Informationspolitik (Dokumentation) würde manchen Benutzer von für Plamlight nicht geeigneten Geräten vor Frust, Zeitverschwendung und sogar vor körperlichen Schäden bewahren. Die vom Hersteller angegebenen Systemvoraussetzungen sind in Verbindung mit der praktischen Nutzbarkeit des Programmes schlichteg falsch. Wurden hier potentielle Anwender absichtlich getäuscht, um höhere Installationszahlen zu erreichen?

Die Autoren
Aufgrund der hohen Brisanz dieses Beitrages ziehen wir es vor anonym zu bleiben. Fragen, Hinweise und Gedanken zu unserem Softwaretest tauschen wir gern mit anderen Palm-Usern aus. Wir werden eine geeignete Form der Kommunikation finden.